Der HACKATHON auf der Com.vention feiert Jubiläum. Seit zehn Jahren bringt das Format STARFACE-Partner, Entwicklerinnen, Entwickler und Technikbegeisterte an einen Tisch, die eines verbindet: Sie wollen herausfinden, was sich mit Telefonie, Software, Hardware und einer guten Idee alles anstellen lässt.
Ein Tag für Ideen, Code und ungewöhnliche Telefonie
Manche HACKATHON-Projekte beginnen mit einer Frage, die im ersten Moment etwas überdreht klingt: Kann man eine Carrera-Bahn per Telefon steuern? Andere starten bei einem sehr konkreten Bedarf, etwa bei einer Lösung für Wartezimmer, Nutzerverwaltung oder Kundenkommunikation. Genau diese Mischung hat den HACKATHON über ein Jahrzehnt geprägt.
Was als überschaubares Treffen mit rund zehn bis zwölf Teilnehmenden begann, ist heute ein fester Bestandteil der Com.vention. Der HACKATHON steht für technisches Ausprobieren, für direkte Gespräche zwischen Partnern und STARFACE Entwicklung sowie für Projekte, die am Ende des Tages nicht nur als Konzept auf einem Whiteboard stehen. Sie funktionieren. Oder sie scheitern auf interessante Weise und liefern trotzdem die nächste Idee.
Zum zehnten Jubiläum lohnt ein Blick zurück, aber vor allem nach vorn.
Was passiert beim HACKATHON auf der Com.vention?
Der HACKATHON ist kein klassischer Workshop, in dem alle dieselbe Aufgabe nach Anleitung lösen. Die Teilnehmenden kommen zusammen, bilden Teams, entwickeln Ideen und setzen sie innerhalb eines Tages um. Dabei darf ausprobiert, verworfen, umgebaut und neu gedacht werden.
Im Zentrum steht die Frage: Was lässt sich mit STARFACE und dem Modulsystem bauen, wenn man Telefonie nicht nur als Erreichbarkeit, sondern als technische Schnittstelle versteht?
Die Antworten waren in den vergangenen Jahren erstaunlich vielfältig. Anfangs dominierten Projekte mit engem Praxisbezug. Wartezimmerlösungen, Wartemarken oder Verwaltungsfunktionen waren typische Themen. Solche Projekte adressieren reale Anforderungen aus dem Kundengeschäft und zeigen, wie Partner die STARFACE-Telefonanlage mit individuellen Funktionen erweitern können.
Mit der Zeit kam ein zweiter, spielerischer Teil hinzu. Die Erfahrung zeigte: Wenn ein Projekt bei der Präsentation Spaß macht, bleibt es beim Publikum hängen. Deshalb entstanden Lösungen, bei denen die Telefonie nicht im Hintergrund arbeitet, sondern sichtbar zum Teil des Erlebnisses wird.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der HACKATHON zum Selbstzweck wird. Auch ein scheinbar verrücktes Projekt verlangt Planung, technische Entscheidungen und Teamarbeit. Wer innerhalb weniger Stunden von einer Idee zu einer funktionierenden Demo kommen will, muss Anforderungen schnell erfassen, Aufgaben verteilen und pragmatische Lösungen finden. Das sind Fähigkeiten, die auch im Tagesgeschäft von STARFACE Partnern zählen.
Vom Modulsystem zur gemeinsamen Spielwiese
Die Grundlage des HACKATHONs liegt im STARFACE-Modulsystem. Es ermöglicht, die PBX um eigene Funktionen zu ergänzen und Telefonieprozesse gezielt an Kundenanforderungen anzupassen. Als der HACKATHON entstand, gab es bereits Partner, die mit dem System aktiv arbeiteten. Zugleich zeigte sich, dass viele andere Partner noch keinen Einstieg gefunden hatten.
Das Event sollte diese Hürde senken. Statt Modulentwicklung ausschließlich abstrakt zu erklären, konnten Interessierte direkt erleben, wie aus einer Idee ein lauffähiges Ergebnis wird. Der entscheidende Punkt: Ein erstes funktionierendes Projekt muss nicht Wochen dauern. Mit Konzeption, Umsetzung und einem klaren Ziel lässt sich auch in sechs bis acht Stunden etwas bauen, das zeigt, was technisch möglich ist.
Für Einsteigerinnen und Einsteiger ist das besonders wertvoll. Sie sehen nicht nur fertigen Code, sondern den Weg dorthin:
- Eine Idee wird auf einen sinnvollen Kern reduziert.
- Das Team prüft, welche Funktionen STARFACE bereits mitbringt.
- Schnittstellen, DTMF-Steuerung, Sensoren oder externe Hardware kommen dazu, wenn sie dem Projekt dienen.
- Anschließend zählt die Demo: Funktioniert das Projekt unter realen Bedingungen?
Dieser Ablauf nimmt der Modulentwicklung den Nimbus des Unnahbaren. Niemand muss zum HACKATHON mit einer perfekten Produktidee erscheinen. Neugier, Freude am Experimentieren und die Bereitschaft, gemeinsam an einem Problem zu arbeiten, reichen als Startpunkt.
Projekte, die im Kopf bleiben
Zehn Jahre HACKATHON haben viele Beispiele hervorgebracht, die zeigen, wie breit das Spielfeld ist. Dazu gehört eine Bierwaage, die mit einem Gewichtssensor arbeitet. Sinkt der Füllstand im Glas, informiert das System den Barkeeper per Anruf. Je leerer das Glas, desto nachdrücklicher die Erinnerung. Für die Umsetzung wurden Arduino- und Sensor-Kits eingesetzt, die Teilnehmenden bauten die Waage selbst.
Ein anderes Beispiel: Telefoniegesteuerte Spiele. Bei einem Projekt konnte das Publikum per Anruf gegeneinander Schere, Stein, Papier spielen. Auch Klassiker wie Pac-Man oder Pong wurden als Inspiration genutzt. Dabei zeigte sich, dass Telefonie nicht nur Eingaben entgegennimmt. Latenzzeiten entscheiden bei manchen Spielen darüber, ob eine Figur rechtzeitig abbiegt oder ins Hindernis läuft.
Auch künstliche Intelligenz wird Teil des Hackings: In einem weiteren Projekt konnten Anrufende über ein Telefonmenü textbasierte Rollenspiele durchlaufen. So wird eine PBX plötzlich zum Einstiegspunkt für komplett interaktive Anwendungen werden.
Gerade diese Projekte haben einen hohen Unterhaltungswert. Sie sind aber zugleich technische Fallstudien im Kleinformat. Eine Bierwaage verbindet Hardware, Sensorik und Anruflogik. Ein Telefongame zwingt das Team, Eingaben, Timing und Nutzerführung sauber zu durchdenken. Ein KI-gestütztes Rollenspiel stellt Fragen zu Dialoglogik und Sprachschnittstellen.
Dangerous Demos: Bühne frei für Experimente
Zum HACKATHON gehört auch die Präsentation auf der Com.vention Stage. Unter dem Titel „Dangerous Demos“stellen die Teams ihre Ergebnisse dem Publikum der Com.vention vor, das anschließend abstimmt.
Diese Bühne verändert die Arbeit am Projekt. Es genügt nicht, dass eine Funktion irgendwo im Hintergrund läuft. Das Team muss verständlich erklären können, welches Problem es löst oder warum die Idee sehenswert ist. Die Demo muss in wenigen Minuten funktionieren. Und sie muss mit dem Publikum umgehen können, das ausprobiert und bewertet.
Darin liegt ein besonderer Reiz. Viele technische Projekte scheitern nicht an der Idee, sondern daran, dass sie niemand nachvollziehen kann. Wer eine HACKATHON Demo vorbereitet, übt automatisch, komplexe Technik auf ihren sichtbaren Nutzen zu reduzieren.
Für Partner ist das auch außerhalb der Com.vention nützlich. Kundentermine, interne Präsentationen und Proofs of Concept profitieren von derselben Disziplin:
- Was soll die Lösung konkret leisten?
- Wer benutzt sie?
- Wie lässt sich ihr Nutzen in kurzer Zeit zeigen?
- Was passiert, wenn etwas nicht wie geplant läuft?
Bei der Dangerous Demo darf es lebendig zugehen. Genau das gehört zum Format. Wenn ein Projekt eine Reaktion auslöst, ist es nicht nur technisch korrekt, sondern auch gut erzählt.
Warum der HACKATHON für STARFACE Partner relevant ist
Der HACKATHON bietet deutlich mehr als einen Nachmittag mit Kabeln, Laptops und kreativen Ideen. Er schafft Kontakte, die im Partnergeschäft später hilfreich werden können.
Zum einen lernen Partner die Menschen hinter der STARFACE-Entwicklung kennen. Das erleichtert den Austausch, weil nach einem gemeinsamen Projekt nicht mehr nur eine anonyme Schnittstelle zwischen Partner und Hersteller besteht. Im Gespräch entstehen zudem Hinweise darauf, welche Funktionen Partner im Alltag benötigen und wo sich Abläufe oder Produkte weiterentwickeln lassen.
Zum anderen vernetzen sich die Partner untereinander. Wer bei einem HACKATHON erlebt, welche Kompetenzen andere Teams mitbringen, weiß später eher, wen er bei einer speziellen Kundenanforderung ansprechen kann. Aus gemeinsamen Projekten entstehen Gespräche, Kooperationen und teils auch Freundschaften
Das passt zum Grundgedanken der Com.vention. Networking funktioniert oft dann am besten, wenn Menschen nicht nur Visitenkarten austauschen, sondern gemeinsam etwas lösen. Ein technisches Problem sorgt für sofortigen Gesprächsstoff. Und wenn das Projekt am Ende läuft, bleibt ein gemeinsames Erfolgserlebnis.
Auch Neulinge sind gefragt
Wer bisher noch kein STARFACE-Modul entwickelt hat, muss den HACKATHON nicht aus der Distanz beobachten. Das Format richtet sich ausdrücklich auch an Neulinge. Erfahrene Teilnehmende bringen Wissen mit, andere stellen Fragen, testen Ideen oder übernehmen einzelne Aufgaben im Team. Diese Mischung macht den Tag produktiv.
Für alle, die sich vorab systematisch mit der Modulentwicklung beschäftigen möchten, bietet die STARFACE Academy ein Modul-Creator-Training an. Dort geht es von Grund auf um den Modul-Designer, den Aufbau und die Ausführung eines Moduls sowie kleinere Übungsprojekte wie eine Wetterabfrage oder ein IVR-Rufvermittlungsmodul. Für 2026 ist die Schulung am 25. und 26. August in Karlsruhe angekündigt; die Anmeldung erfolgt über das Partner-Portal. Teilnehmende, die anschließend auch HACKATHON und Com.vention besuchen, erhalten laut Podcast die Schulungskosten erstattet
Das Training und der HACKATHON ergänzen sich gut: Die Schulung vermittelt Grundlagen, der HACKATHON liefert den Raum, um damit etwas Eigenes anzufangen.
Der zehnte HACKATHON wartet
Ein Jubiläum ist ein guter Anlass, auf Erreichtes stolz zu sein. Beim HACKATHON geht es aber nicht darum, die vergangenen Projekte in einer Vitrine abzulegen. Die besten Ideen entstehen meist dann, wenn jemand fragt: „Könnte man das nicht auch anders machen?“
Vielleicht beginnt das nächste Projekt mit einer Kundenanforderung. Vielleicht mit einem Sensor-Kit, einer Telefonnummer oder einem Spiel, das über DTMF-Eingaben gesteuert wird. Vielleicht geht es um KI, Hardware oder eine Anwendung, für die heute noch niemand einen Namen hat.
Fest steht: Der HACKATHON lebt von Menschen, die Technik nicht nur einsetzen, sondern verstehen und weiterdenken wollen. Seit zehn Jahren bietet die Com.vention dafür den passenden Rahmen: konzentriert arbeiten, gemeinsam tüfteln, Ergebnisse präsentieren und dabei neue Kontakte knüpfen.
Wer STARFACE unter der Haube kennenlernen, eigene Ideen ausprobieren oder sich mit anderen Technikbegeisterten vernetzen möchte, sollte das Jubiläum nicht verpassen. Die Anmeldung steht offen, und jede kreative Idee ist willkommen.